Welche Produkte lassen sich mit einem Flow Wrapper verpacken ?
Flow Wrapper sind vordergründig für schnelles Verpacken fester Produkte in Flow-Pack Beutel (Schlauchbeutel mit Rückennaht) bestens geeignet. Neben einzelnen lassen sich auch auch mehrere Produkte in ein Flow-Pack verpacken.
Unsere Kunden sind überwiegend aus der Lebensmittelindustrie und nutzen Flow Wrap Maschinen um Ihre Produkte gegen Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen. Zudem bietet die Verpackung eine gute Barriere gegen Sauerstoff und hilft somit das Produkt frisch und appetitlich zu halten.
Unsere Kunden verpacken Beispielsweise Paprikas, Chilli-Mix Trays, frische und belegte Brötchen, frische Baguettes, kleine Pizzen, Muffins, Donuts, Kekse sowie Proteinriegel und Müsliriegel.
Bei Non-Food Artikeln kommen horizontale Flowpack Maschinen für das Verpacken von Spülmaschinentabs, Schwämmen, Haushaltshandschuhe, FFP2-Masken zum Einsatz oder sind Linien für die Herstellung von Feuchttüchern und Kosmetiktücher oder Servietten integriert.
Flow wrapping als Verpackungsprozess
Der Verpackungsprozess, das sogenannte flow wrapping, verläuft hier horizontal. Demnach wird ein Flow Wrapper auch als horizontale Schlauchbeutelmaschine, horizontale Flowpack Maschine oder schlicht als Flowpacker bezeichnet.
Folienzufuhr: Die Flachfolie wird mittels eines Folienvorschubmotors von einer Rolle abgerollt und über mehrere Umlenkrollen dem Beutelformer zugeführt. Häufig erfolgt bei diesem Schritt das Bedrucken der Folie mit z.B. dem MHD und der Chargennummer. Standardmäßig sind unsere Maschinen mit einem Farbbanddrucker ausgestattet - oder gegen Aufpreis mit einem Laserdrucker.
Beutelformung: Um die Flachfolie für die Beutelherstellung in eine Schlauchform zu bringen, wird diese zunächst über den Beutelformer gezogen. Gegenüberliegende Folienzugrollen klemmen in dem Schritt auch die Folienenden aneinander, damit anschließend die Schweißung der Rückennaht erfolgen kann.
Produktzufuhr: Die Zuführung des Produkts zum Beutelformer erfolgt über einen Zufuhrtisch. Je nach Produkteigenschaften transportieren vertikal aufgerichtete Mitnehmer das Produkt oder ein Gurtfließband. Bei letzteren endet der Zufuhrtisch an einem zusätzlichen Einfuhrfließband der Flow Wrapper Haupteinheit und übergibt das Produkt zur Einfuhr in den Folienschlauch. Wohingegen bei Versionen mit aufgerichteten Mitnehmern diese bis zur Einfuhr des Produkts in die Folie weiterlaufen.
Längssiegelung: Längssiegelung bezeichnet die Schweißung der Rückennaht. Die Einheit besteht aus zwei Schweißbacken die sich zwischen zwei Paar Zugrollen befinden. Bei Maschinen mit Folienzufuhr von oben sind die Folienzugrollen und Schweißbacken unter den Platten für den Produktlauf installiert, so dass das Produkt nach der Schlauchformung von der Folie umhüllt zur Quersiegelung weitertransportiert werden kann.
Quersiegelung: Mit der Quersiegelung erfolgt das Verschweißen der zwei Enden des Beutels. Abgesehen von der Erstschweißung des Folienschlauchs werden bei einem Schweißvorgang das hintere Ende sowie das vordere Ende - des nachfolgenden Flow Packs - geschweißt. Ein zwischen den Siegelbacken verbautes Schneidemesser trennt beide Enden sauber voneinander ab. Ein kleines Ausfuhrband fördert die Flow-Pack Beutel aus dem Flow Wrapper zur nächsten Einheit der Linie oder einer Sammelstation.
Bei Flow Wrap Maschinen können je nach Produktgröße unterschiedliche Schweißverfahren für die Quersiegelung zum Einsatz kommen:
- Quersiegelung durch rotierende Schweißbacken.
- Box Motion Verfahren
- Intermittierende Schweißeinheit
Quersiegelung zum Flow Pack durch rotierende Schweißbacken:
Dies ist das Standardverfahren für hohe Geschwindigkeiten. Die Siegelbacken sind auf zwei gegenüberliegenden Wellen montiert und drehen sich kontinuierlich.
- Funktionsweise: Die Backen treffen sich genau in dem Moment, in dem die Lücke zwischen zwei Produkten die Siegelstation passiert. Während der Drehung wird die Folie verschweißt und gleichzeitig getrennt.
- Vorteile: Extrem schnell und mechanisch relativ einfach aufgebaut.
- Nachteile: Die Kontaktzeit (Zeit, in der Hitze auf die Folie wirkt) ist sehr kurz, daher eher für dünne Folien geeigent Zudem ist die Durchlasshöhe begrenzt, da die Backen in einem Kreisbogen laufen.
Intermittierende Schweißeinheit (Intermittent Motion):
Der Flow Wrapper arbeitet hierbei im „Stop-and-Go“-Modus. Im Gegensatz zum Standardverfahren langsamer, aber dafür präziser.
- Funktionsweise: Der Folienvorschub stoppt kurzzeitig, die Siegelbacken schließen sich vertikal (wie eine Zange), versiegeln die Naht im Stillstand und öffnen sich wieder. Erst dann läuft die Folie weiter.
- Vorteile: Es lassen sich deutlich breiter und deutlichhöherer Produkte verpacken. Sehr lange Siegelzeiten möglich, was perfekt für dicke oder komplexe Verbundfolien ist. Die Siegelnaht ist meist qualitativ hochwertiger.
- Nachteile: Die Geschwindigkeit ist deutlich niedriger als bei rotierenden Systemen, da der gesamte Prozess ständig beschleunigt und abgebremst werden muss.
Box Motion Verfahren (Long Dwell):
Das Box Motion Verfahren kombiniert das Beste aus beiden Welten: Hohe Geschwindigkeit und lange Siegelzeit.
- Funktionsweise: Die Siegelbacken bewegen sich in einer rechteckigen Bahn (daher der Name „Box“). Sie schließen sich, fahren ein Stück parallel mit dem Produktstrom mit, versiegeln während der Fahrt, öffnen sich und fahren schnell in die Startposition zurück.
- Vorteile: Durch die mitlaufenden Backen relativ lange Kontaktzeit beim Siegeln des Flow Packs.
- Hohe Produkte: Da die Backen vertikal öffnen und schließen (nicht rotieren), können dem Flow Wrapper deutlich höhere Produkte verpackt werden, als mit rotierenden Schweißbacken.
- Dichtigkeit: Ideal für gasdichte Verpackungen (MAP – Modified Atmosphere Packaging).
- Nachteile: Mechanisch komplexer und teurer in der Anschaffung als rotierende Systeme.